Kernaussagen:
- Der risikobasierte Ansatz (Risk-Based Approach, RBA) hat sich zum Goldstandard moderner Compliance entwickelt, weil er Ressourcen gezielt und effizient verteilt.
- Klassische regelbasierte Systeme stoßen angesichts der dynamischen Entwicklung der Finanzkriminalität zusehends an ihre Grenzen. Durch seine spontane Anpassungsfähigkeit sorgt der RBA für deutlich wirksamere Compliance.
- Der risikobasierte Ansatz wird zusehends von internationalen Aufsichtsbehörden und Organisationen wie der EU, der FATF und FinCEN unterstützt. Obwohl er hierdurch zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil sowie zu einer aufsichtsrechtlichen Pflicht wird, haben viele Finanzinstitute weiterhin Probleme mit seiner vollständigen Umsetzung.
- Dynamische Risikobewertungen und verhaltensbasierte Analysen machen den RBA in der Praxis anwendbar. Sie sorgen für Echtzeitrisikobewertung und -Priorisierung für Kunden- und Transaktionsdaten.
- Der Übergang vom regelbasierten zum risikobasierten Ansatz erfordert nicht allein die Einführung eines neuen Rahmenwerks, sondern vor allem eine datenbasierte und adaptive technologische Grundlage, die sich kontinuierlich an das Kundenverhalten und den wachsenden Regulierungsdruck anpasst.
- Das KI-gesteuerte dynamische Risiko-Scoring sowie das verhaltensbasierte Profiling von Siron®One machen den RBA operativ nutzbar: Unternehmen erkennen entstehende Risiken frühzeitig und optimieren gezielt ihre Compliance-Prozesse.
Der risikobasierte Ansatz ist zum Standard für die Compliance von Finanzinstituten geworden. Er sorgt durch gezielte Allokation in Hochrisikobereichen dafür, das diese neuen und sich ändernden Bedrohungen durch Finanzkriminalität den entscheidenen Schritt voraus sind und es auch bleiben. Trotz breiter Unterstützung durch die Aufsichtsbehörden haben jedoch viele Institute weiterhin Schwierigkeiten, diesen Ansatz umzusetzen.
Dieser Artikel beschreibt das Fundament eines wirksamen risikobasierten Ansatzes durch dynamische Risikobewertung und verhaltensbasiertes Profiling und wie Siron®One dies durch KI-gesteuerte Compliance in der Praxis umsetzt.
Der risikobasierte Ansatz und warum er von Aufsichtsbehörden befürwortet wird
Der risikobasierte Ansatz (Risk-Based Approach (RBA) konzentriert sich anhand kontextbezogener Daten auf Risiken mit hoher Priorität und reduziert den Aufwand in Bereichen geringen Risikos. Hierdurch wenden sich Unternehmen von einheitlichen standardisierten Kontrollen ab und bedarfsgerechten, datenbasierten Entscheidungen zu. Dies stärkt die Widerstandsfähigkeit gegenüber sich dynamisch ändernden Finanzdelikten.
Regulierungsbehörden in diversen Rechtsordnungen befürworten den risikobasierten Ansatz immer nachdrücklicher. Sie erkennen dabei an, dass klassische regelbasierte Systeme häufig zu widersprüchlichen Vorgaben, sich überschneidenden Anforderungen, isolierten Prozessen und höheren Compliance-Kosten führen, ohne Risiken wirksam zu reduzieren.
- In ihren Leitlinien zur risikobasierten Aufsicht fordert die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA), dass Aufsichtsressourcen im Verhältnis zum Grad des Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisikos eingesetzt werden, das mit Kredit- und Finanzinstituten verbunden ist.¹
- Auch die Financial Action Task Force (FATF) unterstreicht dies in ihren Leitlinien und erklärt: „Der risikobasierte Ansatz ist von zentraler Bedeutung für die wirksame Umsetzung der FATF-Empfehlungen.“²
- Das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) betont in seinem Vorschlag für ein modernisiertes Regelwerk ebenfalls die Bedeutung von Flexibilität: Durch Betonung risikobasierter AML/CFT-Programme soll die vorgeschlagene Regelung einheitliche Standardansätze bei der Bewertung von Kundenrisiken vermeiden.³
Funktion des risikobasierten Ansatz: dynamisches Profiling und Risikobewertung
Obzwar die Aufsichtsbehörden die Grundprinzipien des risikobasierten Ansatzes schon seit Langem vertreten, sehen sich viele Finanzinstitute weiterhin mit der Schwierigkeit konfrontiert, sein volles Potenzial auszuschöpfen. Obwohl der RBA weithin als Standard gilt, können nur Institute mit besonders leistungsfähigen Systemen und Prozessen seine Anforderungen vollständig erfüllen, denn der RBA erfordert nicht allein einen Wechsel des Rahmenwerks, sondern setzt fortschrittliche Funktionen voraus, die dymanisches Profiling der Kunden ermöglichen, Risiken segmentieren und Verhaltensmuster kontinuierlich bewerten. Vielen Instituten fehlen diese Fähigkeiten noch immer.
Im Kern ging es beim RBA seit jeher darum, Kundenverhalten zu überwachen und Risikobewertungen an sich ändernde Muster anzupassen. Erst dynamisches Risiko-Scoring und verhaltensbasiertes Profiling machen den Ansatz jedoch in vollem Umfang wirksam, weil sie es Compliance-Teams ermöglichen, selbst geringfügige Änderungen, Anomalien und neue Risiken zu erkennen, die klassische regelbasierte Systeme nicht erfassen.
So funktioniert es
Anders als regelbasierte Systemen, die auf Grundlage begrenzter, vordefinierter Daten, z.B. KYC- oder geografischer Information, statische Risikowerte vergeben, passt sich der risikobasierte Ansatz laufend an, indem er Verhalten dynamisch überwacht und Risikobewertungen sofort aktualisiert. Künstliche Intelligenz fügt diesen Prozess eine weitere Analyseebene hinzu und verbessert die Risikoerkennung, indem sie komplexe Verhaltensweisen und Muster auswertet.
- Anfänglicher Risikowert: Zu Beginn der Kundenbeziehung wird auf Basis statischer Daten (KYC-Information oder geografischer Faktoren) ein erster Risikowert vergeben.
- Dynamische Profilierung: KI teilt Kunden anhand ihres Verhaltens und ihrer Risikoprofile dynamisch in Vergleichsgruppen oder Cluster ein, die sich weiterentwickeln, sobald neue Verhaltensdaten erfasst werden.
- Kontinuierliche Überwachung: Wenn Kunden Transaktionen durchführen, wird ihr Verhalten mit dem ursprünglichen Risikowert und den Daten ihrer Vergleichsgruppe verglichen. Bei Abweichungen passt das System den Risikowert an und löst Auffälligkeiten aus.
- Proaktive Auffälligkeiten: Auffälligkeiten werden aufgrund des aktualisierten Risikowerts priorisiert. Dadurch konzentrieren sich Compliance-Teams zuerst auf die risikoreichsten Fälle und verbessern ihre Effizienz sowie Reaktionsfähigkeit.
Risikobasierter Ansatz versus statische Risikobewertung

Regelbasierte Systeme können zwar formale Anforderungen erfüllen, lassen Finanzinstitute jedoch häufig unerkannten Risiken gegenüber ungeschützt. In einem sich rasch ändernden Umfeld sorgt nur ein dynamischer, risikobasierter Ansatz für die nötige Flexibilität, Präzision und Erkenntnis, um neuen Risiken vorzubeugen.
Wie Siron®One den risikobasierten Ansatz in der Praxis umsetzt
Der Übergang vom statisch-regelbasierten System zum risikobasierten Ansatz bedeutet nicht allein ein geändertes Rahmenwerks, sondern vor allem eine Technologie, die Risikosignale dynamisch, also im Augenblick ihrer Entstehung, und kontinuierlich bewertet, sich an neue Entwicklungen anpasst und passende Maßnahmen einleitet.
Siron®One ermöglicht diese Transformation durch KI-gestützte Überwachung, Risikobewertung und Automatisierung. Zu den wichtigsten Funktionen gehören:
- Dynamisches Risiko-Scoring
Siron®One weist beim Onboarding einen kontextbezogenen Risikowert zu und analysiert Kundendaten, KYC-Information, geografische Faktoren und Geschäftsregeln. Wenn neue Verhaltensmuster, Transaktionen oder Kontextfaktoren auftreten, passt sich der Risikowert an.
- Verhaltens-Profiling und Clustering
Kunden werden anhand ihrer Transaktionsmuster und ihres Risikoniveaus dynamischen Vergleichsgruppen zugeordnet, was eine Risikobewertung ermöglicht.
- Erkennung von Abweichungen bei Entitäten
Siron®One überwacht das Kundenverhalten kontinuierlich und vergibt einen Abweichungswert, der die Änderung des Risikos abbildet, wenn das Verhalten des Kunden signifikant von dem seiner Vergleichsgruppe abweicht.
- Priorisierung von Auffälligkeiten
Siron®One nutzt einen Vorhersagewert (Alert Prediction Score, APS) um Auffälligkeiten nach ihrer Relevanz zu priorisieren.
Kundendaten werden kontinuierlich überwacht und Risikowerte aufgrund neuer Verhaltensmuster und kontextueller Faktoren dynamisch aktualisiert.
- Automatisierte erweiterte Sorgfaltspflicht (Enhanced Due Diligence, EDD))
Aufgrund der durch pKYC aktualisierten Risikowerte löst Siron®One automatisch passende Maßnahmen aus, etwa PEP-Prüfungen oder einen Namensabgleich.
- Einheitliche Datenbasis und intelligente Verwaltung von Dokumenten
Für die Compliance relevante Daten, z.B. Kundenprofile, Risikofaktoren, Geschäftsregeln und aufsichtsrechtliche Methoden, werden aus Konsistenzgründen in einer zentralen und verlässlichen Datenquelle zusammengeführt.
Siron®One kombiniert fortschrittliche KI, maschinelles und tiefes Lernen, prädiktive Analyse und generative KI zur kontinuierlichen Überwachung von Aktivitäten, zum Erkennen von Anomalien und zur Echtzeitsaktualisierung der Risikoprofile. Durch Automatisierung zentraler Compliance-Funktionen macht Siron®One den risikobasierten Ansatz skalierbar, effizient und im operativen Alltag umsetzbar.
Ein dynamisches Umfeld braucht dynamische Compliance
Der risikobasierte Ansatz ist nicht nur bewährte Praxis, sondern aufsichtsrechtlich geboten und zudem ein strategischer Vorteil. Mit Siron®One entwickeln Finanzinstitute ihre Compliance vom reinen Kostenfaktor zum strategischen Wegbereiter für intelligentere und schnellere Entscheidungen.
Buchen Sie eine Demo, wenn Sie genauer wissen wollen, wie Siron®One den risikobasierten Ansatz in der Praxis umsetzt.
Sources:
- https://www.eba.europa.eu/legacy/regulation-and-policy/regulatory-activities/anti-money-laundering-and-countering-financing/guidelines-on-risk-based-supervision
- https://www.fatf-gafi.org/en/publications/Fatfrecommendations/Risk-based-approach-banking-sector.html
- https://www.fincen.gov/news/news-releases/fincen-issues-proposed-rule-strengthen-and-modernize-financial-institutions
- https://www.afponline.org/training-resources/resources/articles/Details/7-steps-to-an-effective-risk-management-process



