Kernaussagen:
- Krypto ist im Mainstream angekommen: Mit einem Marktwert von rund 2,4 Billionen USD ist Krypto inzwischen eng mit dem traditionellen Finanzsystem verflochten. Hierdurch steigen für Institute Risikoexposition und aufsichtsrechtliche Verantwortung.
- Stablecoins erleben starkes Wachstum: Die Abwicklung von Stablecoins auf der Blockchain wuchs 2024 im Jahresvergleich um rund 140% auf geschätzte 18,4 Billionen USD. Diese Entwicklung führt zu strengerer Aufsicht durch Rahmenwerke wie die EU-Verordnung MiCA oder den GENIUS Act der USA.
- Krypto-Kriminalität entwickelt sich weiter: Obwohl das gesamte illegale Transaktionsvolumen zurückgegangen ist, treiben neue Methoden der Krypto-Kriminalität Ransomware, Hacks, Sanktionsumgehung und Betrug weiter voran. Hierdurch wird AML deutlich komplexer.
- Regulierungsbehörden holen bei Krypto-Compliance auf: MiCA in der EU, der GENIUS Act in den USA und MAS/DTSP in Singapur bringen mehr Struktur und Verantwortlichkeit in die Krypto-Landschaft.
- Fiat-basierte Kontrollen reichen nicht aus: Herkömmliche auf Fiat-Transaktionen ausgerichtete AML-Werkzeuge stoßen bei Wechseln zwischen Blockchains, Übertragungen über Blockchain-Brücken und Transaktionen außerhalb der Blockchain-Aktivitäten an ihre Grenzen. Finanzinstitute benötigen Echtzeittransparenz, um steigenden aufsichtsrechtlichen Erwartungen gerecht zu werden.
- KI-gesteuerte Verhaltenanalyseals neue Grenze: KI, Verhaltenanalyse und Echtzeit-Monitoring ermöglichen die Erkennung von plötzlichen Transaktionsspitzen, steigender Transaktionsfrequenz, Token-Tausch und Wechsel über mehrere Blockchain-Brücken. Hierdurch entsteht ein klareres und kontextbezogeneres Bild von Krypto-Risiken als durch klassische schwellenwertbasierte Systeme.
In den vergangenen Jahren hat sich Kryptowährung von einem Randphänomen zu einem Asset-Markt mit einem Volumen von rund 2,4 Billionen USD.1 Mit MiCA und dem AMLA-Framework übernimmt die EU eine führende Rolle bei den globalen Regulierungsbemühungen. Allein im Jahr 2024 waren 2.747 CASPs, also Crypto-Asset Service Providers, registriert.2 Da Finanzinstitute diese Plattformen zunehmend nutzen oder Partnerschaften mit ihnen eingehen, verschwimmt die Grenze zwischen klassischer und dezentraler Finanzwelt weiter.
Stablecoins spielen eine zentrale Rolle dabei, diese Lücke zu schließen. Payment-Anbieter wie Coinbase, Stripe und MetaMask bauen ihre Infrastruktur aus, während institutionelle Akteure wie Visa, Bank of America und Citi ihr Engagement vertiefen. Stablecoin-Transaktionen stiegen 2024 im Jahresvergleich um 140% auf geschätzte 18,4 Billionen USD.3
Während die globale Nutzung zunimmt, wächst auch die Exposition gegenüber illegalen Aktivitäten. Klassische Finanzinstitute können indirekt in kryptobezogene Finanzkriminalität verwickelt werden, etwa über Zahlungen, Verwahrung, Korrespondenzbeziehungen oder Kundenaktivitäten. Da Krypto im Mainstream angekommen ist, müssen Finanzinstitute sicherstellen, dass ihr Compliance-Rahmenwerk mit dieser Entwicklung Schritt hält.
Die Lage bei Krypto-Straftaten 2025
Krypto-Kriminalität umfasst Sanktionsumgehung, Ransomware-Angriffe, Hacks und Betrug. Dabei verlagern sich die Auswirkungen zunehmend aus digitalen Netzwerken in die physische Welt.
Allein im ersten Halbjahr 2025 gab es 119 verifizierte Hacking-Vorfälle, bei denen 3 Milliarden USD gestohlen wurden. Nur 4,2% der Vermögenswerte konnten wiederhergestellt werden.4 Im selben Zeitraum verursachten Ransomware-Angriffe Verluste in Höhe von 460 Millionen USD. In den vergangenen 18 Monaten wurden 231 gewaltsame Vorfälle bei Inhabern digitaler Vermögenswerte dokumentiert, darunter Entführungen, Hausüberfälle und Erpressungen.5
Methoden der Kryptokriminalität
Krypto-Straftaten lassen sich im Allgemeinen in folgende Kategorien einteilen:
- Sanktionsumgehung
Sanktionierte Akteure nutzen Kryptowährungen als Umgehungsweg. Hierzu gehören Techniken wie Kryptomischdienste, welche die Herkunft von Transaktionen verschleiern. Anonymitätsorientierte Kryptowährungen, sogenannte Privacy Coins, wie Monero sowie verschlüsselte Messaging-Plattformen wie Telegram und Signal werden häufig zum Verschleiern von Herkunf und Identität und Herkunft genutzt, ebenso gefälschte KYC, selbstverwaltete Wallets und dezentrale Brücken zur Terrorismusfinanzierung.
- Gehackte Addressen
Einige der größten Hacks der vergangenen Jahre, etwa durch die sogenannte Lazarus Group, nutzten unbekannte Sicherheitslücken, kompromittierte private Schlüssel, Social Engineering, Malware, Trojaner-Angriffe oder Schwachstellen in selbstausführenden Verträgen.
- Fraud
Betrugsformen wie Investment Fraud oder „Pig Butchering“ bleiben weit verbreitet. Pig Butchering bezeichnet eine Form von Online-Betrug, bei der Täter über längere Zeit Vertrauen zu ihren Opfern aufbauen und sie anschließend dazu bringen, in gefälschte Krypto-Assets zu investieren. Im Oktober 2025 beschlagnahmte das US Department of Justice Bitcoin im Wert von 15 Millionen US-Dollar aus einem Pig-Butchering-Betrug aus Kambodscha.6
- Ransomware Attacks
Drohungen mit der Veröffentlichung privater Daten, Angriffe auf sensible Lieferketten, Phishing und zunehmend KI-generierte Deepfakes werden eingesetzt, um Opfer zu erpressen. Dabei drohen Täter damit, private Daten offenzulegen oder den Betrieb lahmzulegen, bis ein Lösegeld in Kryptowährung gezahlt wird.
- Digital-to-Physical Crossover
Dies ist die alarmierendste Entwicklung im Bereich der Krypto-Kriminalität. In einem extremen Fall in Frankreich wurde ein Krypto-Gründer während eines Erpressungsversuchs entführt – eine deutliche Erinnerung daran, dass virtueller Reichtum heute reale Gefahren mit sich bringt.7
Die Volatilität und Geschwindigkeit von Krypto-Transaktionen spiegeln inzwischen die wachsende Raffinesse der dahinterstehenden Straftaten wider. Um Risiken frühzeitig zu erkennen, müssen Finanzinstitute ihre Transparenz im Bereich Krypto-Risiken, ihr Echtzeit-Monitoring und ihre AML-Frameworks stärken, bevor diese Bedrohungen realen Schaden verursachen.
Global Crypto Regulations
Trotz zunehmender Geschwindigkeit und komplexerer Risiken sank das gesamte Volumen der Krypto-Kriminalität 2024 um 40 % auf 10,7 Milliarden US-Dollar.8 Grund dafür waren vor allem weniger groß angelegte Ponzi- und Pyramidensysteme. Auch sanktionsbezogene Zuflüsse gingen zurück, und der westliche Darknet-Markt schrumpfte im Vergleich zu Russland.9
Regulierungen weltweit sowie der zunehmende Druck auf Dienstleister und Krypto-Emittenten treiben diesen Rückgang voran.
- Die EU-Verordnung MiCA, die Mitte 2023 in Kraft trat, verpflichtet Emittenten zur Einhaltung von Anforderungen an Reserven, Transparenz, Lizenzierung und Verbraucherschutz.
- Der in den USA verabschiedete GENIUS Act reguliert Stablecoins und verlangt deren Deckung durch liquide Vermögenswerte, eine vollständige Offenlegung der Reserven sowie die Einhaltung von AML-, Sanktions- und weiteren aufsichtsrechtlichen Vorschriften durch die Emittenten.10
- Im APAC-Raum verabschiedete Singapur das MAS/DTSP-Regelwerk, das Anbieter zur Lizenzierung verpflichtet. Bei Nichteinhaltung drohen hohe Geldstrafen. Der Fokus liegt außerdem auf Technologierisiken, Governance und Kapitalanforderungen.11
Der kürzlich veröffentlichte Bericht der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde zur aufsichtsrechtlichen Prävention von Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierung in Bezug auf Dienstleistungen für Krypto-Werte zeigt, dass viele Akteure ohne aufsichtsrechtliche Genehmigung tätig sind, sich die Jurisdiktion mit den geringsten Auflagen aussucht und Dienstleistung auf Initiative des Kunden nutzen.12
Aufsichtsbehörden weltweit haben deutlich gemacht, dass Finanzinstitute Krypto in ihre AML-Verpflichtungen einzubeziehen haben sowie sicherstellen müssen, dass Compliance auf alle Berührungspunkte mit Krypto angewendet wird und dass bei Unterlassung aufsichtsrechtliche und reputationsbezogene Konsequenzen drohen.
Ein neuer Rahmen für Krypto-AML-Monitoring
Der EBA-Bericht fordert Finanzinstitute auf, Rückverfolgbarkeit, Transaktionsüberwachung, Compliance und Datenschutz zu verbessern.13 Er hebt zudem hervor, dass viele CASPs und Finanzunternehmen ihre AML/CFT-Kontrollen und Risikobewertungen noch nicht an kryptobezogene Risiken angepasst haben.
Da Krypto-AML-Regulierungen zunehmend durchsetzbar werden, liegt die größte Herausforderung für Finanzinstitute darin, Transparenz über Sekundärmarkttransaktionen zu erreichen, als da sind Tauschgeschäfte über mehrere Blockchains, dezentrale Börsen, kurz DEXs oder Blockchain-Brücken. Dort können Gelder schnell und anonym bewegt werden, außerhalb der Reichweite klassischer Überwachung.
Um neuen Risiken einen Schritt vorauszusein, benötigen Finanzinstitute ein modernisiertes Rahmenwerk mit folgenden Elementen:
- Klar definierte Krypto-Regeln und Onboarding-Standards
Eine Gegenparteienbewertung, die KYC, Namensabgleich, wirtschaftliche Berechtigung sowie ein klares Bild über Herkunftsnachweis, Wallet-Verhalten und Exposition gegenüber risikobehafteten Blockchains und Privacy Coins umfasst. Dies stärkt die Risikobewertung und die Kundenprofilierung.
- Echtzeit-Krypto-Monitoring für Aktivitäten des Sekundärmarkts über multiple Blockchains
Da schätzungsweise 33% der blockchainübergreifenden Ermittlungen drei oder mehr Blockchains betreffen,13 müssen Finanzinstitute Information aus Drittquellen und Blockchain-Analyse nutzen, um Bewegungen in verschiedenen Blockhains nachzuverfolgen und Verschleierungsmuster zu erkennen.
- Krypto-AML im übergeordneten Risikorahmen
Ereignisse wie das Datenleck bei Coinbase14 und der über LinkedIn eingeleiteter DMM-Bitcoin-Hack15 zeigen, dass Angriffe an der Schnittstelle zwischen Krypto und Fiat zunehmen. Finanzinstitute sollten Schnelligkeit, Frequenz sowie Gegenparteiverhalten beider Asset-Klassen überwachen und dabei mit derselben Sorgfalt agieren wie beim Fiat-Transaktions-Monitoring.
- KI-gesteuerte Verhaltensanalyse
Fortschrittliche KI-gesteuerte Behavioral Analytics können komplexe Betrugsmuster erkennen, etwa schnelle Tauschgeschäfte, blockchainübergreifende Transfers, multiple Token-Konvertierungen oder Transaktionsvermischung. Diese Techniken werden häufig von organisierten kriminellen Netzwerken eingesetzt, um illegale Geldflüsse zu verschleiern.
- Schulung und Abstimmung der Richtlinien
Compliance-Teams benötigen kontinuierliche Schulungen zu neuen Kriminalitätsmethoden, aufsichtsrechtliche Krypto-Richtlinien und klar definierte interne Standards. Nur so lassen sich Wachsamkeit und eine konsistente Anwendung von Krypto-AML-Praktiken sicherstellen.
Der EBA-Bericht weist weiter darauf hin, dass Aufsichtsbehörden zunehmend in Aufsichtstechnologie, also fortschrittliche Technologien zur Verbesserung der Aufsicht, sowie in Blockchain Forensics zur Visualisierung und Überwachung blockchainübergreifender Aktivitäten investieren. Von Finanzinstituten wird erwartet, dass sie ähnlich dynamische und datengetriebene Monitoring-Ansätze etablieren.
Wie Siron®One die Compliance mit AML-Vorschriften im Krypto-Bereich stärkt
Siron®One hilft Finanzinstituten, die Lücke zwischen traditioneller AML und Krypto-AML zu überbrücken, neue Regulierungen zu beachten Krypto-Risiken wirksam steuern.
- Auf Richtlinien fußende Kontrollen und automatisierte Regeln
Konfigurierbare Geschäftsregeln und interne Krypto-Richtlinien sorgen für Identifikation und Kontrolle von Transaktionen mit Bezug zu Anbietern von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte (VASPs), setzen auf länderspezifische Beschränkungen durch und markieren Kunden, die Krypto-Aktivitäten ohne ausreichende KYC-Verifizierung durchführen.
- Erweiterte Risikobewertung und Monitoring
Das AML-Monitoring-Rahmenwerk wird um Krypto-Exposition erweitert, indem Transaktionen von und zu bekannten Kryptobörsen oder VASPs/CASPs erkannt und bewertet werden. Externe Risikodaten können eingebunden werden, um Gegenparteien nach ihrer Compliance-Position zu klassifizieren.
- Aufsichtsrechtlicher Prüfpfad
Durchgehende Transparenz für Transaktionen mit virtuellen Vermögenswerten stellt die vollständige Dokumentation für Travel-Rule-Compliance und VASP/CASP-Reporting-Anforderungen sicher.
- Einheitliche Fallbearbeitung und Auffälligkeitshandhabung
Fiat- und kryptobezogene Auffälligkeiten lassen sich in einer einzigen Umgebung untersucht werden. Ermittler erhalten hierdurch eine konsolidierte Sicht auf Kundenrisiko und Transaktionskontext.
- Integriertes Netzwerk aus Informationsquellen und Erkenntnissen
Durch Partnerschaften mit spezialisierten Analyse- und Verhaltensanalyseanbietern wie BioCatch ergänzt Siron®One seinen regelbasierten Ansatz um fortschrittliche Verhaltenserkenntnisse. Finanzinstitute können so ihre Erkennung über statische regelbasierte Kontrollen hinaus verbessern.
Durch Kombination von KI, führenden Branchenkenntnissen und menschlicher Expertise hilft Siron®One Institute beim Steuern der Krypto-Risiken und stellt zugleich die Compliance mit neuen oder geänderten Aufsichtsstandards sicher.
Wenn Sie mehr wissen wollen, laden Sie unser Positionspapier zu Krypto-AML herunter.
Sources:
- https://www.jbs.cam.ac.uk/wp-content/uploads/2024/10/2024-2nd-global-cryptoasset-regulatory-landscape-study.pdf
- https://coincub.com/ranking/vasp-registration-report-2024/
- https://www.citigroup.com/rcs/citigpa/storage/public/GPS_Report_Stablecoins_2030.pdf
- https://www.wtwco.com/en-ca/insights/2025/09/why-h1-2025-s-crypto-crime-trends-change-the-risk-equation
- https://www.crisis24.com/articles/crypto-kidnappings-the-rise-of-violent-crime-in-the-age-of-digital-wealth
- https://www.cnbc.com/2025/10/14/bitcoin-doj-chen-zhi-pig-butchering-scam.html
- https://www.theguardian.com/technology/2025/jun/28/cryptocurrency-hacks-kidnappings-crime
- https://www.trmlabs.com/resources/blog/report-teaser-proportion-of-illicit-volume-of-crypto-dropped-51-in-2024
- https://www.trmlabs.com/resources/blog/crypto-crime-in-russia-ransomware-sanctions-evasion-and-disinformation
- https://www.reuters.com/sustainability/boards-policy-regulation/us-senate-passes-stablecoin-bill-milestone-crypto-industry-2025-06-17/
- https://www.asianfin.com/articles/127191
- https://www.eba.europa.eu/publications-and-media/press-releases/supervisors-should-learn-recent-cases-prevent-financial-crime-crypto-firms-eba-says
- https://cointelegraph.com/news/crosschain-swaps-move-21b-illicit-funds-up-200-two-years-elliptic
- https://www.reuters.com/sustainability/boards-policy-regulation/coinbase-breach-linked-customer-data-leak-india-sources-say-2025-06-02/
- https://cryptoslate.com/fbi-reveals-north-korea-used-linkedin-to-steal-305-million-from-japans-dmm-bitcoin/


