Kriminelle Finanzakteure identifizieren, bevor sie auf Sanktionslisten landen: Hauptrolle für das Screening negativer Medienberichte    

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Key Takeaways:

  • Das Screening negativer Medienberichte (AMS) ist wesentlich für risikobasierte Compliance: Täter im Finanzbereich tauchen häufig in den Medien auf, bevor sie auf offiziellen Watchlists erscheinen. Das macht AMS zu einem wichtigen Früherkennungswerkzeug in AML- und KYC-Programmen.

  • Internationale Aufsichtsbehörden fordern oder empfehlen mit Nachdruck das Screening negativer Medienberichte: Behörden und Organisationen wie FATF, FinCEN, OFAC, BaFin, die EU Commission, FCA, MAS, HKMA und FINMA betonen die Bedeutung des Monitorings von negativen Medienberichten bei den Sorgfaltspflichen für Kunden und laufenden Risikobewertungen.

  • Nichtbeachtung kann teuer werden: Finanzinstitute wie Danske Bank und Rabobank mussten erhebliche Strafen zahlen, weil sie keine ausreichenden Kunden-Screenings und Risikobewertungen durchgeführt hatten.

  • Das Screening negativer Medienberichte ist operativ herausfordernd: Institute stehen vor Problemen wie Informationsüberfluss, unzuverlässigen Quellen, Sprachbarrieren und einer hohen Zahl an falsch-positiven Treffern, vor allem wenn sie sich auf klassische Werkzeuge verlassen.

  • KI and NLP erhöhen Präzision und Effizienz: Der Einsatz von fortschrittliche Verarbeitung natürlicher Sprache und kontextbezogener Analyse sorgt für einen gestrafften Prozess, minimiert falsch-positive Treffer und verbessert insgesamt die Resultate der Compliance.

Kriminelle im Finanzmilieu machen häufig Schlagzeilen, bevor sie auf Sanktions- bzw. PEP-Listen landen, weshalb Aufsichtsbehörden weltweit, darunter FATF, FinCEN, OFAC, die EU Commission, BaFin, FCA, MAS, HKMA und FINMA, zunehmend Wert auf das Screening negativer Medienberichte legen, vor allem bei der Kundenannahme und beim Anwenden von Sorgfaltspflichten.

Das Prüfen negativer Nachrichten hilft nicht allein dabei, riskante Geschäftspartner frühzeitig im KYC/AML-Prozess zu identifizieren, sonder unterstützt auch den risikobasierten Compliance-Ansatz als Frühwarnsystem für Risiken.

Trotz der wachsenden Bedeutung bleibt das Screening negativer Medienberichte jedoch ein komplexer Prozess. Die Herausforderungen reichen von einem Übermaß an Daten und der Verlässlichkeit der Quellen bis zu Sprachbarrieren und falsch-positiven Treffern. Hier betrachten wir diese Herausforderungen und zeigen, wie Siron®One Adverse Media Screening automatisieren kann, um Compliance effizienter und wirksamer zu machen.

Zentrale aufsichtsrechtliche Anforderungen an das Screening negativer Medienberichte

  • Financial Action Task Force (FATF)

FATF, die globale Institution für AML/CFT-Standards, empfiehlt ausdrücklich die Nutzung von negativen Medienberichten bei einfachen und erweiterten Sorgfaltspflichten. Öffentliche Quellen gelten als wesentliche Instrumente zur Bewertung von Kundenrisiken und Identifikation von Verbindungen zur Finanzkriminalität.

  • Europäische Union (EU)

Die 6. Richtlinie zur Bekämpfung der Geldwäsche und die AML-Regulierung (AMLR) heben stark auf kontinuierliches Monitoring durch negative Medienberichte ab, vor allem bei Hochrisikokunden und risikobehafteten Regionen. Von Finanzinstituten wird erwartet, dass sie:

  1. Kunden und Partner kontinuierlich screenen
  2. Risikobasiertes Monitoring unter Einbezug von Medieninformation etablieren
  3. AML-Maßnahmen mit breiteren ESG- und Compliance-Rahmenwerken abstimmen, einschließlich der Richtlinie über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen in punkto Nachhaltigkeit (CS3D).
  • DACH-Region

Deutschland: Die AML-Richtlinien der BaFin vom Februar 2024 empfehlen ausdrücklich, Medienberichte als Teil der Risikobewertung bei der Kundenannahme zu prüfen.

Schweiz: Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) erwartet von Instituten, dass sie öffentliche Information, einschliesslich negativer Medienberichte, in ihre AML-Rahmenwerke integrieren, vor allem für Hochrisikokunden und risikobehaftete Transaktionen.

  • Großbritannien – FCA

Die Financial Conduct Authority (FCA) ermutigt Institutie, negative Medienberichte in Sorgfaltspflichten und das laufende Monitoring zu integrieren. Der britische Plan zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität unterstreicht zusätzlich den Wert von AMS bei der frühzeitigen Erkennung finanziellen Fehlverhaltens.

  • USA – FinCEN und OFAC

Im Bank Secrecy Act (BSA) und USA PATRIOT Act verlangt FinCEN von Finanzinstituten, als Teil ihrer AML-Programme alle verfügbaren Risikoindikatoren zu bewerten, einschließlich negativer Medienberichte. OFAC empfiehlt ebenfalls deren Screening sowie das Aufdecken von Sanktionsumgehung und verdächtiger Aktivitäten abseits offizieller Listen.

  • Asiatisch-pazifischer Raum

Singapur: Die Monetary Authority of Singapore (MAS) schreibt einen risikobasierten Ansatz vor, der das Screening von negativen Medienberichten einschließt, insbesondere beim Onboarding und bei der erweiterten Sorgfaltspflicht.

Hong Kong: Die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) verlangt von Finanzinstituten, negative Medienberichte als Teil ihrer CDD-Verpflichtungen einzubeziehen, vor allem beim Bewerten von politisch exponierten Personen (PEPs) oder Hochrisikokunden.

Risiken bei fehlendem Montoring negativer Medienberichte

Es gibt eine lange Liste von Instituten, die mit hohen Strafen, Insolvenz und Reputationsverlust konfrontiert wurden, weil sie keine angemessenen Sorgfaltspflichten durchgeführt haben, u.a.:

  • War die estnische Niederlassung der Danske Bank in Geldwäsche von über 230 Milliarden USD verwickelt. Russische Kunden erhielten aufgrund von Lücken im Kunden-Screening beim AML-Prozedere Zugang zum U.S.-Finanzsystem.

  • Wurde die Rabobank mit einer Strafe von 360 Millionen USD belegt, weil sie ihren Sorgfaltspflichten nicht ausreichend nachgekommen war.

Das Screening negativer Medienberichte ist aus mehreren Gründen entscheidend:

  • Aufsichtsrechtliche Compliance: Globale KYC/AML-Richtlinien verlangen zunehmend den Abgleich mit negativen Nachrichten unter Nutzung öffentlich verfügbarer Quellen.

  • Frühzeitige Risikoerkennung: Risiken werden erkannt, bevor sie eskalieren oder dem Institut Schaden zufügen.

  • Vorbeugen vor Finanzdelikten: Unseriöse Akteure werden identifiziert, bevor sie Zugang zum Finanzsystem erhalten oder dieses ausnutzen.

  • Risikobasierte Compliance: Medienanalysen decken problematische Hinweise häufig früher auf als offizielle Listen und ermöglichen so ein proaktiveres und gezielteres Risiko-Management.

Herausforderungen beim Screening negativer Nachrichten

Das Screening negativer Medienberichte ist komplex und erfordert Geschwindigkeit und Präzision. Der Prozess umfasst den Abgleich der KYC-Daten der Kunden mit öffentlichen Quellen, Nachrichten, Sozialen Medien, Blogs und weiteren Online-Inhalten. Compliance-Teams müssen diese Information anschließend verifizieren, das Risiko bewerten und einschätzen, wie es sich auf die Institute auswirken könnte. Je nach Ergebnis setzen sie das Monitoring fort, übermitteln eine Verdachtsmeldung (SAR) einreichen oder beenden die Geschäftsbeziehung.

Der Prozess birgt mehrere operative Herausforderungen:

  • Informationsflut: Die enorme Menge an online und offline verfügbaren Daten macht das Auffinden relevanter Nachrichten zeitaufwendig, selbst mit Schlagwortsuche.

  • Misinformation: Deepfakes, KI-Inhalte und Fake News können die Wahrheit verzerren und Entscheidungen erschweren.

  • Irrelevante oder Mehrfachergebnisse: Die manuelle Prüfung redundanter Inhalte vergeudet Ressourcen und verzögert nötige Maßnahmen.

  • Stetig wechselnde Rahmenbedingungen: Da Medieninhalte laufend aktualisiert werden, ist kontinuierliches Monitoring erforderlich.

Der Ansatz von Siron®One für negative Medienberichte

Siron®One integriert KI und Automatisierung, um das Screening von Medienberichten von einer manuellen Tätigkeit in einen strukturierten, präzisen Prozess zu überführen. Hierzu gehören:

  • KI-gesteuertes NLP: Siron®One nutzt Verarbeitung natürlicher Sprache und Generative KI, um Nachrichtenartikel, Blogs und Soziale Medien zu durchkämmen. Das System analysiert zentrale Elemente wie Personen, Orte, Ereignisse, Tonlage sowie zeitliche Zusammenhänge und erstellt daraus einen kontextualisierten Bericht.

  • Menschliche Kontrolle im Entscheidungsprozess: Das System erstellt klare Zusammenfassungen, die Analysten schnell prüfen können. Es kann zudem auch Zusammenfassungen von Artikeln in verschiedenen Sprachen erzeugen und weiteren Kontext liefern.

  • Duplikaterkennung und -bereinigung: Da die Plattform ähnliche Artikel aus verschiedenen Quellen konsolidiert, müssen Analysten denselben Sachverhalt nicht mehrfach prüfen.

  • Zuordnung von Datensätzen zu Personen und Unternehmen: Eine der größten Herausforderungen beim Screening negativer Medienberichte besteht in der Identifizierung der Nachricht mit der richtigen Person, vor allem bei geläufigen Namen, Namensvarianten oder Aliasen. Siron®One löst dieses Problem, indem es jedem Kunden eine eindeutige Kennung, (UID) zuweist. Sobald eine Medienprüfung ausgelöst wird, sammelt und verknüpft die Plattform automatisch alle relevanten Erwähnungen mit dieser UID. Dies beschleunigt die Untersuchungen und macht sie präziser und leichter verwaltbar.

  • Minimierung falsch-positiver Treffer: Durch fortschrittliches NLP und Kontextanalyse minimiert Siron®One falsch-positive Treffer und liefert bis zu 10-mal genauere Ergebnisse als herkömmliche Lösungen.

  • Regionalspezifische Inhalte aus vielfältigen Quellen: Siron®One bezieht Daten sowohl aus gewöhnlichen als auch aus Nischen- und lokalen Quellen. Zur weiteren Verbesserung der Glaubwürdigkeit können Quellen mit NewsGuard gefiltert und bewertet werden, sodass zuverlässige Medien priorisiert werden.

  • Nahtlose Integration: Automatisierung reduziert den manuellen Aufwand zusätzlich und ermöglicht effizientes Screening per Mausklick in bestehenden Arbeitabläufen.

Screening von negativen Medien bewährtes Verfahren etablieren

Da die Anforderungen in vielen Ländern strenger werden, ist das Screening negativer Medienberichte längst nicht mehr bloß ein Desiderat, sondern eine essenzielle Anforderung. Mit der richtigen Technologie muss dies jedoch keine zusätzliche Komplexität bedeuten.

Siron®One ermöglicht Finanzinstituten, stetig wechselnde aufsichtsrechtliche Erwartungen zu erfüllen, manuellen Aufwand zu minimiern sowie schnellere und besser informierte Entscheidungen zu treffen, ohne die Qualität der Compliance zu beeinträchtigen.

Lesen Sie unser Faktenblatt, wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wie Siron®One das Screening negativer Medienberichte handhabt oder fragen Sie uns nach einer Live-Demo.

Sources:

  1. https://legal.thomsonreuters.com/blog/regulation-compliance-on-adverse-media-screening/
  2. https://www.fatf-gafi.org/content/dam/fatf-gafi/reports/Crowdfunding-Terrorism-Financing.pdf
  3. https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/EN/Auslegungsentscheidung/dl_ae_auas_gw2021_en.pdf
  4. https://www.netlive.ch/en/media-scan