Kernaussagen:
- Sanktions-Screening wird problematischer denn je: Aufsichtsbehörden verhängen Rekordstrafen, allein OFAC 222 Millionen USD in den letzten sechs Monaten.
- Sanktionsumgehung wird komplexer: Die Taktiken reichen von Briefkastenfirmen und mehrschichtigen Eigentümerstrukturen bis zu Flotten von Strohunternehmen und Tarnnetzwerken.
- Krypto- und handelsbasierte Geldwäsche sind neue Entwicklungsfelder: beide Bereiche werden zunehmend für die Umgehung und Durchsetzung von Sanktionen relevant.
- Screening wird durch die schiere Menge überlastet: Es gibt mehr als 57.000 Sanktionsdatensätze und mehr als 300 Programme, die teilweise stündlich aktualisiert werden.
- Echtzeitzahlungen, hohe Transaktionsvolumina und veraltete Screening-Systeme erhöhen das Risiko: falsch-postive und falsch-negative Treffer nehmen zu.
- Die FATF-Bewertung Deutschlands macht es klar: risikobasiertes Echtzeit-Screening wird heute seitens der Aufsichtsbehörden erwartet.
- Institute benötigen KI-gesteuerte Lösungen, die KYC- und AML-Profile mit Sanktionsdaten kombinieren, Namen unscharf sowie marginale Information erkennen und Echtzeitergebnisse mit weniger falsch-positiven Treffern liefern.
Sanktions-Compliance steht unter beispielloser Beobachtung: während Konflikte eskalieren und Allianzen sich verschieben, verhängen Aufsichtsbehörden Rekordstrafen gegen Institute, die nicht Schritt halten.
Allein im Sommer 2025 strafte OFAC drei Unternehmen wegen Sanktionsverstößen gegen Russland, Iran, Venezuela und Kuba mit einer Gesamtstrafe von 222 Millionen USD und zwar kurz nach den bisher höchsten Strafen von 4,3 Milliarden USD gegen Binance durch OFAC und FinCEN im Vorjahr.1,2,3
Da Sanktionsdurchsetzung intensiver wird, benötigen Unternehmen einen proaktiven Ansatz: Echtzeiterkennung, risikobasiertes Monitoring sowie Systeme, die mit volatilen Listen und sich ändernden Umgehungstaktiken Schritt halten.
Entwicklung von Taktiken zur Sanktionsumgehung
Überschrift
- Komplexe Netzwerke
Hierzu gehören Taktiken wie Briefkastenfirmen, mehrschichtige Eigentümerstrukturen sowie das berüchtigte Briefkastenfirmenkonstrukt, bei dem der russische Oligarch Oleg Deripaska Briefkastenfirmen und mehrschichtige Eigentümerstrukturen nutzte, um 1,5 Milliarden USD zu waschen. OFAC deckte dies im Mai 2024 auf.4
- Aliase und Verwandschaftsverhältnisse
Sanktionierte Parteien bedienen sich zum Umgehen von Sanktionen entfernter Verwandter oder anderer Stellvertreter, so etwa der Hezbollah-Financier Nazem Saïd Ahmad, der Gelder über Verwandte, Alias und Tarnfirmen transferierte.5
Die russischen Oligarchen Viktor Perevalov und Valeri Abramov nutzten eine in Miami ansässige Immobilienfirma, um Luxuswohnungen an Verwandte zu übertragen. OFAC verhängte gegen das Immobilienunternehmen eine Strafe von über 1 Million USD.6
- VASPs und Krypto-Vermögenswerte
Direktzahlungen zwischen Privatpersonen sowie die dezentrale Natur von Krypto-Währungen begünstigt Geldtransfers außerhalb des traditionellen Finanzsystems. Russische Akteure bedienen sich virtueller Vermögensdienstleister aus Kirgisistans, um mittels an den Rubel gebundenen Stablecoin große Geldbeträge zu bewegen und die schwache Aufsicht auszunutzen.7
OFAC blockierte zudem die Krypto-Wallet von Copper Technologies, einem Anbieter von Krypto-Verwahrungslösungen, die von israelisch-russischen Waffenhändlern genutzt wurde.8
- Handelsbasierte Schemata
Methoden wie Manipulation von Rechnungen und Transportwegen sowie die Verschleierung von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck nehmen ebenfalls zu. Einige russische Staatsangehörige fälschten Versanddokumente, um derartige Halbleiter zu verschiffen und Millionen Barrel Öl zu schmuggeln. Im Oktober 2022 wurden alle Beteiligten verhaftet.9
- Russische Schattenflotte
Die russische Schattenflotte umfasst rund 900 bis 1.400 Tankern, die oft 20 Jahre alt sind. Sie operiert oft ohne nachweisbare Versicherung oder mit undurchsichtigen Eigentümerstrukturen. Im Dezember 2024 transportierte diese Flotte etwa 5,5 Millionen Tonnen Ölprodukte aus baltischen Häfen zu Preisen oberhalb der G7-Preisobergrenze.
Analysten schätzen, dass diese Lieferungen seit 2022 rund 25 Milliarden Euro an Einnahmen entsprechen, die Russlands Krieg finanzieren. Die schwache Transparenz bei Versicherung und Eigentum erhöht zudem Umweltrisiken in NATO-Gewässern, da bei Unfällen keine haftbare Partei erkennbar ist.10
Warum Screening schwieriger ist denn je
Im August 2025 stellte FATF in seinen Bericht über die gegenseitige Länderprüfung für Deutschland fest, dass Screening-Lösungen veraltet, nicht echtzeitfähig und deshalb nicht in der Lage sind, den heutigen Herausforderungen zu entsprechen.11 Veraltete oder schlecht implementierte Technologien machen Screening zusehends schwieriger.
Hinzu kommen 2025 57.000 aktive Sanktionsdatensätze aus mehr als 300 Programmen,12 häufige Änderungen, Unterschiede zwischen Rechtsordnungen, große Mengen komplexer Daten aus internationalen Quellen und eine hohe Zahl an falsch-positiven Treffern. Sanktions-Compliance ist indes deutlich anspruchsvoller.
Sanktions-Screening ist heute aus mehreren Gründen besonders herausfordernd:
- EU-Verordnung zu Sofortzahlungen: Seit Inkrafttreten dieser Verordnung haben Unternehmen nur Millisekunden Zeit, Transaktionen abzulehnen. Für Prüfungen im Batch-Verfahren bleibt keine Zeit. Hierdurch entsteht ein Zielkonflikt zwischen Compliance und Geschwindigkeit für Screening-Prozesse.
- Große Datenmengen bei hoher Verarbeitungsgeschwindigkeit: Mit SEPA und FedNow werden globale Zahlungskanäle schneller und die Anzahl der Transaktionen steigt deutlich. Alte, ineffiziente Screening-Systeme können nicht Schritt halten. Entweder übersehen sie Auffälligkeiten oder verursachen Verzögerungen.
- Datenqualitätslücken: FATF- und EU-Bewertungen zeigen, dass Institute weiterhin mit Datensilos, gefälschten KYC-Angaben und unvollständigen Daten kämpfen. Schlechte Datenqualität kann selbst moderne Screening-Lösungen erheblich beeinträchtigen. Das kann dazu führen, dass Sanktionen nicht durchgesetzt werden und dies hohe Strafen nachsichzieht.
- Volatile Sanktions-Listen: OFAC, EU, UN und andere Aufsichtsbehörden aktualisieren ihre Listen täglich, teilweise sogar stündlich, vor allem bei Konfliktregionen. Ohne echzeitfähige Screening-Systeme ist es nahezu unmöglich, Sanktionen durchzusetzen.
- Wire Stripping: Kürzlich wurden Banken wie Standard Chartered und BNP Paribas beschuldigt, Transaktionen mit derartigen SWIFT-Nachrichten aus Ländern wie dem Iran verarbeitet zu haben. Ohne ausreichende Identifikatoren ist wirksames Sanktions-Screening schwierig.
- Fehlerquellen beim Namensabgleich: Kulturelle Namensvarianten, Transliterationsprobleme und Aliase sind ohne robuste Werkzeuge für den unscharfen Namensabgleich schwer zu erkennen, weil Täter unter dem Sanktionsradar bleiben.
- Hohe Anzahl falsch-positiver Treffer: OFAC- und EU-Regulierungsbehörden kritisieren auch eine hohe Zahl falsch-positiver Treffer, die durch ineffiziente Systeme und schlechtes Screening-Design entstehen. Solche Treffer erhöhen das Risiko von Sanktionsumgehung, verschwenden Compliance-Ressourcen und lenken von tatsächlichen Risiken ab.
Bewährte Verfahren für wirksame Sanktions-Compliance
Institute sind der Entwicklung von Sanktionsrisiken nicht machtlos ausgeliefert. Sie müssen jedoch folgende Praktiken einführen, um Risiken deutlich zu reduzieren:
- Echtzeit-Screening: Tägliche oder Batch-Screenings reichen nicht aus, da Notfallaktualisierungen verpasst werden können. Seit der Invasion der Ukraine 2022 aktualisieren OFAC und EU ihre Listen teilweise stündlich. Die EU hat Sofortzahlungsdienstleister bereits vor dem Risiko gewarnt, Sanktionen zu verletzen. Zudem hat FATF die Bedeutung von verbesserter operativer Umsetzung und besseren Zeitvorgaben hervorgehoben.
- Ganzheitlicher Ansatz: Sanktions-Screening ist als isolierte Aufgabe weniger wirksam und benötigt einen ganzheitlichen Ansatz in Verbindung mit KYC, Transaktions-Monitoring und Fallbearbeitung. Da die Zahlungsinformation allein zu rudimentär und unzureichend für wirksames Sanktions-Screening ist und zu viele falsch-positive Treffer auslöst, muss sie mit Kundenprofilen und KYC-Daten angereichert werden, um stets das momentane Risiko abzubilden. Der FATF-Länderprüfungsbericht Deutschland 2025 hat ausdrücklich die mangelnde Nutzung angereicherter Daten im Screening kritisiert.
- Abdeckung verschiedener Sanktionsregime: Das Screening muss mehrere Watchlists und grenzüberschreitende Verpflichtungen berücksichtigen. Der FCA-Fall zu Standard Chartered und Wire Stripping zeigt, was passieren kann, wenn dies nicht gelingt. Die Bank versäumte es, in ihren Niederlassungen außerhalb der USA und Großbritanien und vor allem in den Vereinigten Arabischen Emiraten, vergleichbare Sanktionskontrollen anzuwenden.
- KI-gestützte Präzision: Fortschrittliche KI mininiert falsch-positive Treffer und stellt sicher, dass kritische Treffer nicht übersehen werden. KI ist auch für den unscharfen Namensabgleich wichtig. Der FATF-Bericht zu Deutschland hebt hervor, dass Institute sich anpassen und moderne Technologien nutzen müssen, um Daten und Analyse besser einzusetzen und Sanktionsumgehung zu erkennen.
- Erklärbarkeit und Prüfbarkeit: Unabhängig von der eingesetzten Technologie müssen Entscheidungen transparent für Aufsichtsbehörden dokumentiert sein. Sowohl FCA als auch FATF betonen die Bedeutung von Transparenz, Koordination, auditierbaren Entscheidungen und konsistenter Regelanwendung für verschiedene Gerichtsbarkeiten.
Wie Siron®One die Herausforderung beim Sanktions-Screening löst
Siron®One sorgt mit einer einzigen, einheitlichen Plattform dafür, dass Institute mit Echtzeitzahlungen, volatilen Listen und zunehmend komplexen Umgehungstaktiken Schritt halten.
Einige Gründe, warum Siron®One der Konkurrenz deutlich voraus ist:
- Echtzeitüberwachung von Sofortzahlungen: Transaktionen werden in Millisekunden auf KYC/AML geprüft sowie mit Daten des Risikoprofils abgeglichen, um präzise und kontextbezogene Entscheidungen zu ermöglichen.
- Lückenlose Abdeckung: Siron®One verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der KYC-Daten mit öffentlichen und kommerziellen Sanktions- und Watchlists, PEPs, negativen Medienberichten sowie internen Negativlisten und Positivlisten integriert.
- KI-gesteuerter Namensabgleich: Namensvarianten, absichtliche Schreibfehler und Alias werden erkannt, falsch-positive Treffer reduziert.
- Aufdeckung von Wire Stripping: Verborgene Daten und Informationsmanipulation in Zahlungen werden erkannt und Umgehungsversuche verhindert.
- Konfigurierbare Regeln und Entscheidungsunterstützung: Die Screening-Methode lässt sich an die Risikobereitschaft anpassen und Falluntersuchungen werden effizienter gesteuert.
- Skalierbarkeit: Siron®One verarbeitet problemlos hohe Transaktionsvolumina und Transaktionen mit kurzer Verarbeitungszeit per SWIFT, SEPA, CIF, SIC, MT/MX und anderen Kanäle, in Echtzeit oder als Batch-Prozess.
Siron®One sorgt bei Compliance-Teams für die Geschwindigkeit, Präzision und Sicherheit, die Sie zum Bewältigen steigender aufsichtsrechtlicher Anforderungen benötigen, ohne an Effizienz einzubüssen.
Da Sanktionsrisiken immer komplexer werden, erwarten Aufsichtsbehörden nichts weniger als Echtzeit und KI-gesteuertes Screening.
Laden Sie das Informationsblatt herunter und erfahren Sie, wie Siron®One für smarteres, schnelleres und präziseres Sanktions-Screening sorgt — übrigens bei über 1.000 Finanzinstituten weltweit.
Sources:
- https://foleyhoag.com/news-and-insights/publications/alerts-and-updates/2025/july/lessons-from-the-first-four-ofac-sanctions-enforcement-actions-under-the-second-trump-administration/
- https://www.sanctions.io/blog/binances-sanctions-violations-key-takeaways-for-compliance
- https://adata.pro/blog/sanctions-penalties-what-happens-if-you-breach-financial-sanctions/
- https://home.treasury.gov/news/press-releases/jy2337
- https://www.justice.gov/archives/opa/pr/ofac-designated-hezbollah-financier-and-eight-associates-charged-multiple-crimes-arising-out
- https://internationaltradetoday.com/article/2025/01/17/miami-real-estate-agent-fined-by-ofac-pleads-guilty-to-russia-sanctions-evasion-2501160051?BC=bc_674e951682924
- https://www.ainvest.com/news/kyrgyzstan-2022-crypto-law-enables-russian-sanctions-evasion-stablecoins-2507/
- https://www.theguardian.com/technology/2024/mar/11/crypto-firm-assets-alleged-russian-arms-dealer
- https://www.justice.gov/usao-edny/pr/five-russian-nationals-and-two-oil-traders-charged-global-sanctions-evasion-and-money
- https://www.bundeswehr.de/en/baltic-sea-russia-s-shadow-fleet-5892544
- https://www.fatf-gafi.org/en/publications/Mutualevaluations/Mer-germany-2022.html
- https://www.lseg.com/en/risk-intelligence/financial-crime-risk-management/sanctions-screening



