Key Takeaways:
- Der EU AI Act, MiCAR, DORA, Basel III Endgame, ESAP und die SFDR wurden 2024 verabschiedet, um Transparenz, Resilienz und Nachhaltigkeit im Finanzdienstleistungssektor zu stärken.
- Das EU-Geldwäschepaket soll 2025 in Kraft treten und steht im Mittelpunkt der regulatorischen Entwicklungen des kommenden Jahres.
- Ein Großteil der regulatorischen Trends, die 2025 zu erwarten sind, wird sich aus den im EU-Geldwäschepaket vorgesehenen Änderungen ergeben.
- Um mit den regulatorischen Entwicklungen im Jahr 2025 Schritt zu halten, müssen Unternehmen KI-basierte RegTech-Lösungen einsetzen, die eine wirksame und ressourceneffiziente Compliance ermöglichen.
Mit dem Übergang von 2024 zu 2025 sehen sich Finanzinstitute mit einem sich rasant wandelnden regulatorischen Umfeld konfrontiert. Angesichts strengerer Aufsicht und weitreichender neuer Vorgaben ist es entscheidend, diesen Entwicklungen voraus zu sein, um sowohl die operative Resilienz als auch die Compliance sicherzustellen.
Werfen wir einen Blick auf einige der Veränderungen, die das Jahr 2024 geprägt haben, und darauf, wie sie die regulatorischen Entwicklungen im Jahr 2025 weiterhin beeinflussen werden.
2024: A Pivotal Year for Regulatory Evolution
Die fortschreitende Einführung neuer Technologien führte 2024 zur Entwicklung innovativer digitaler Produkte, zu einem stärkeren Fokus auf operative Resilienz und Cybersicherheit sowie zur Harmonisierung regulatorischer Vorgaben. Dazu gehört auch die EU Instant Payments Regulation (IPR).
Key regulations in 2024:
- EU AI Act Compliance1:Regulierungsbehörden fördern den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz in regulatorischen Technologien. Im Juni 2024 wurde der EU AI Act verabschiedet, der für alle Finanzinstitute gilt, die KI-Technologien einsetzen, sowie für deren Drittanbieter. Ab diesem Jahr werden die Europäischen Aufsichtsbehörden – darunter EBA, EIOPA und ESMA – die Governance- und Risikomanagementvorgaben im Zusammenhang mit der KI-Compliance überwachen.
- Digital Assets and Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR)2: Regulierungsbehörden betrachten digitale und kryptobasierte Vermögenswerte zunehmend als eigenständige Anlageklasse. Die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCAR) trat 2023 in Kraft. Die Vorschriften für auf Distributed-Ledger-Technologie (DLT) basierende Vermögenswerte, darunter durch reale Vermögenswerte besicherte Token und Stablecoins, gelten seit Juni 2024. Bis zum Jahresende traten auch die übrigen EU-Regelungen für digitale Vermögenswerte und Kryptowerte in Kraft.
- Basel III Endgame: Die im September 2024 veröffentlichten überarbeiteten Leitlinien erhöhten die Kapitalanforderungen für global systemrelevante Banken (G-SIBs) mit Vermögenswerten von mehr als 100 Milliarden US-Dollar um durchschnittlich 9 Prozent. Für nicht global systemrelevante Banken stiegen sie um 3 bis 4 Prozent. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Widerstandsfähigkeit des globalen Finanzsystems zu stärken.
- Digital Operational Resilience Act (DORA)3: Mit der zunehmenden Einführung neuer Technologien und größerer Datentransparenz gewinnen auch Datenschutz und Cybersicherheit weiter an Bedeutung. Der seit Januar 2025 geltende Digital Operational Resilience Act (DORA) soll Finanzinstitute besser vor Cyberbedrohungen schützen und ihre digitale operationale Resilienz stärken. DORA führt klare Vorgaben für das Risikomanagement, die Meldung von Vorfällen, Resilienztests sowie die Überwachung von Risiken durch externe IKT-Dienstleister ein.
- Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR)4: Mit dem Ziel, Greenwashing zu bekämpfen und die Transparenz nachhaltiger Investitionen zu verbessern, begann 2024 die Umsetzung der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR). Im Mai forderten die Europäischen Aufsichtsbehörden die nationalen Regulierungsbehörden dazu auf, gegen Verstöße vorzugehen. Die französische Finanzmarktaufsicht AMF (Autorité des Marchés Financiers) verhängte daraufhin ihre erste Geldbuße.
- European Single Access Point (ESAP)5: Der European Single Access Point (ESAP), der im Januar 2024 in Kraft trat, soll sämtliche finanz- und nachhaltigkeitsbezogenen Informationen auf einer zentralen Plattform bündeln. Die endgültigen Umsetzungsleitlinien wurden im Oktober 2024 von den drei Europäischen Aufsichtsbehörden veröffentlicht. Die Plattform soll der Öffentlichkeit ab Juli 2027 zur Verfügung stehen.
What the EU AML Package Means for 2025
Das EU-Geldwäschepaket, dessen Einführung für 2025 vorgesehen ist, steht im Mittelpunkt der kommenden regulatorischen Entwicklungen. Diese umfassende Reform der Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CFT) wird sämtliche Compliance-Bereiche betreffen, darunter die verstärkte Sorgfaltspflicht (Enhanced Due Diligence, EDD), die Transparenz wirtschaftlich Berechtigter und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
Mit dem AML-Paket soll der weltweit zunehmenden Finanzkriminalität entgegengewirkt werden. Eine Untersuchung des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (OLAF) ergab 2023, dass mehr als 1,2 Milliarden Euro von Betrug und Unregelmäßigkeiten betroffen waren.⁶ Europa sieht sich unter anderem mit Anlagebetrug, Phishing, Online-Finanzbetrug und Betrugsmodellen über mobile Apps konfrontiert, die durch fortschrittliche Technologien begünstigt werden.
INTERPOL Secretary General Jürgen Stock said:
“Wir erleben derzeit einen epidemieartigen Anstieg von Finanzbetrug. Mit der Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz und Kryptowährungen wird sich die Situation ohne dringende Gegenmaßnahmen weiter verschärfen.“7
Key Highlights of the AML Package8:
- A New Regulatory Body: Die in Frankfurt ansässige Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AMLA) wird grenzüberschreitend tätige Finanzinstitute mit hohem Risikoprofil beaufsichtigen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Geldwäschevorschriften in der gesamten EU einheitlich angewendet werden. Bei Verstößen kann die AMLA Sanktionen gegen die betreffenden Unternehmen verhängen.
- A Single AML Rulebook: Das EU-Geldwäschepaket wird ein einheitliches AML-Regelwerk umfassen, das die Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung für alle betroffenen Institute harmonisiert und Unterschiede bei ihrer Anwendung in den einzelnen Mitgliedstaaten vermeidet.
- Harmonized and Stringent Due Diligence: Für sämtliche Transaktionen mit hohem Risiko gelten künftig verstärkte Sorgfaltspflichten (Enhanced Due Diligence, EDD). Für Fälle mit geringem Risiko kommen dagegen vereinfachte Vorgaben zur Anwendung, die rechtsordnungsübergreifend eingesetzt werden können. Auch die allgemeinen Sorgfaltspflichten werden verschärft. Dazu gehören die Überprüfung wirtschaftlich Berechtigter anhand verlässlicher Quellen, eine umfassende Risikobewertung von Zweck und Art der Geschäftsbeziehung sowie eine fortlaufende Überwachung. Die deutsche BaFin hat beispielsweise kürzlich die aktualisierten Auslegungs- und Anwendungshinweise AuA 2.0 veröffentlicht. Diese machen ab Juli 2025 neben Sanktionsprüfungen und Länder-Risikoprofilen auch das Adverse-Media-Screening verpflichtend.
- Transparent Beneficial Ownership: Das EU-Geldwäschepaket zielt darauf ab, die Überprüfung wirtschaftlich Berechtigter und deren transparente Offenlegung in allen Mitgliedstaaten zu harmonisieren. Dadurch soll verhindert werden, dass Kriminelle komplexe Unternehmensstrukturen nutzen, um ihre Identität zu verschleiern.
- Expanded Scope: Das neue EU-Geldwäschepaket wird Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen, Crowdfunding-Plattformen, Hypothekenkreditgeber und Vermittler von Verbraucherkrediten regulieren. Dadurch sollen die zunehmenden Geldwäscherisiken im Bereich nicht traditioneller Finanzdienstleistungen eingedämmt werden.
- Limited Cash Transactions: Die neue Verordnung wird für alle Mitgliedstaaten eine Obergrenze von 10.000 Euro für Barzahlungen einführen – auch beim Erwerb hochwertiger Güter wie Kunstwerken oder Immobilien. Die Mitgliedstaaten können diese Obergrenze nach eigenem Ermessen auf einen niedrigeren Betrag festsetzen.
- In Deutschland müssen bei Transaktionen oberhalb dieses Schwellenwerts beispielsweise die Identität der beteiligten Person sowie die Herkunft der Mittel nachgewiesen werden.
- Centralized Bank Account Registers: Der EU-Rahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche sieht in jedem Mitgliedstaat zentrale Bankkontenregister vor, in denen Informationen über Kontoinhaber und den jeweiligen Standort der Konten gebündelt werden. Auf diese Register können die nationalen Zentralstellen für Finanztransaktionsuntersuchungen (Financial Intelligence Units, FIUs) sowie weitere zuständige Behörden in der gesamten EU zugreifen. Ziel ist es, die Transparenz zu erhöhen, die Erkennung verdächtiger Finanzaktivitäten zu erleichtern und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie den Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten zu stärken.
Top Regulatory Trends for 2025 : What to Expect
Ein Großteil der regulatorischen Entwicklungen im Jahr 2025 wird auf das EU-Geldwäschepaket zurückzuführen sein. Die schrittweise Einführung der AMLA wird Finanzinstituten dabei einen neuen aufsichtsrechtlichen Rahmen vorgeben.
Key developments include:
- Non-Financial Institutions in Focus: Um die regulatorischen Herausforderungen des Jahres 2025 erfolgreich zu bewältigen, benötigen Finanzinstitute eine Lösung, die Compliance-Prozesse vereinheitlicht, künstliche Intelligenz für die Echtzeitüberwachung nutzt und die Einhaltung komplexer, sich kontinuierlich verändernder Vorschriften vereinfacht.
- AI in RegTech: Im Jahr 2025 werden strengere Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche für die Immobilienbranche, den Handel mit Luxusgütern und Kunst sowie den Glücksspielsektor gelten. Auch Kryptowährungen, dezentrale Finanzdienstleistungen (DeFi) und digitale Vermögenswerte werden durch neue Regelungen erfasst. Besonders relevant ist dabei die Travel Rule, die auf grenzüberschreitende Kryptotransaktionen Anwendung finden wird.
- Enhanced Beneficial Ownership Verification: Die präzise Feststellung wirtschaftlich Berechtigter mithilfe verlässlicher Daten von Drittanbietern sowie die regelmäßige Aktualisierung der entsprechenden Angaben werden voraussichtlich zum Standard. Zentrale Register werden diese Prozesse zusätzlich unterstützen.
- Regulatory Collaboration: Im Einklang mit dem EU-Geldwäschepaket zeichnen sich einheitliche AML-Vorschriften, zentrale Register und eine verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit ab. Auch die internationale Kooperation wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, Finanzkriminalität wirksamer zu bekämpfen.
- Dynamic Sanctions List: Sanktionsprüfungen in Echtzeit und auf risikobasierter Grundlage werden zum Standard, um mit den häufigen Aktualisierungen von Sanktionslisten infolge geopolitischer Ereignisse Schritt zu halten. Finanzinstitute müssen einen risikobasierten Ansatz verfolgen, um trotz strenger regulatorischer Vorgaben wie der EU-Verordnung über Echtzeitzahlungen effizient arbeiten zu können.
- eKYC and Digital IDs: Die digitale Identitätsprüfung wird für ein effizientes Kunden-Onboarding von entscheidender Bedeutung sein. Infolgedessen werden weitere Leitlinien entstehen, die sich an eKYC-Standards orientieren und einen stärkeren Schwerpunkt auf Datensicherheit und Maßnahmen zur Betrugsprävention legen.
- Unified Approach to Fraud and AML: Das übergeordnete Leitmotiv des EU-Geldwäschepakets ist die Standardisierung und die Schaffung eines einheitlichen Ansatzes. Dieser Fokus wird sich auch auf die stärkere Verzahnung von Betrugsprävention und Geldwäschebekämpfung erstrecken und damit einen ganzheitlichen Ansatz zur Bekämpfung von Finanzkriminalität fördern.
Essential RegTech Tools for 2025 Compliance
There has been a clear nudge from regulatory bodies to adopt AI-based RegTech solutions to make compliance efficient and ensure adaptability to ensuing regulations in 2025. Here are the most crucial tools financial institutions will require to comply with the upcoming regulatory changes:
- AI-Based AML Transaction Monitoring: Regulierungsbehörden haben Finanzinstitute deutlich dazu angehalten, KI-basierte RegTech-Lösungen einzusetzen, um Compliance-Prozesse effizienter zu gestalten und die Anpassungsfähigkeit an die regulatorischen Entwicklungen des Jahres 2025 sicherzustellen.
- Zu den wichtigsten Instrumenten, die Finanzinstitute zur Einhaltung der bevorstehenden regulatorischen Änderungen benötigen, gehören:
- Automating Compliance Tasks: Die Automatisierung von Aufgaben wie Kunden-Onboarding, Sanktionsprüfung, Adverse-Media-Screening, intelligentem Namensabgleich, Verwaltung von Warnmeldungswarteschlangen, Berichtserstellung und Audit-Protokollierung wird notwendig sein, um sowohl die Effizienz als auch die Wirksamkeit von Compliance-Prozessen zu verbessern.
- Unified Compliance Platforms: Da Betrugsprävention und Geldwäschebekämpfung zunehmend miteinander verzahnt werden, benötigen Unternehmen zentrale Systeme, die sämtliche Compliance-Funktionen bündeln und schnelle, fundierte Entscheidungen ermöglichen.
- Risk-Based Approach: Finanzinstitute müssen einen konsequent risikobasierten Compliance-Ansatz entwickeln und dynamische Risikobewertungen einsetzen, um Betrug und Geldwäsche in Echtzeit zu erkennen und ihr Geschäft wirksam zu schützen.
- Automated Adverse Media Screening: Mit der zunehmenden Verbreitung von Echtzeittransaktionen müssen Unternehmen Adverse-Media-Prüfungen nicht nur beim Onboarding und im Rahmen der KYC-Prozesse durchführen, sondern über den gesamten Kundenlebenszyklus hinweg. Dafür benötigen sie eine dynamische, durch generative KI unterstützte Automatisierung, die negative Medienberichte in Echtzeit erkennt und entsprechende Warnmeldungen auslöst.
- Advanced Data Analytics and Visualization: Compliance-Verantwortliche benötigen nicht nur fortschrittliche Datenanalysen, Mustererkennung und Predictive Analytics, sondern auch intelligente Visualisierungswerkzeuge wie Link Analysis. Damit können sie komplexe wirtschaftliche Netzwerke analysieren, Strukturen wirtschaftlich Berechtigter aufdecken und schnell auf relevante Fälle reagieren.
- Improved Awareness and Training: Die Förderung einer starken Compliance-Kultur hat für Regulierungsbehörden höchste Priorität. Für Unternehmen bedeutet dies, ihre Mitarbeitenden sowohl mit dem erforderlichen Wissen über sich verändernde Vorschriften und aktuelle Methoden der Finanzkriminalität als auch mit den notwendigen Fähigkeiten für den wirksamen Einsatz KI-basierter RegTech-Lösungen auszustatten. Dieser doppelte Fokus verbessert sowohl die Produktivität als auch die Compliance-Ergebnisse.
Preparing for 2025 with Siron®One
Um die regulatorischen Herausforderungen des Jahres 2025 erfolgreich zu bewältigen, benötigen Finanzinstitute eine Lösung, die Compliance-Prozesse vereinheitlicht, künstliche Intelligenz für die Echtzeitüberwachung nutzt und die Einhaltung komplexer, sich kontinuierlich verändernder Vorschriften vereinfacht.
Mit fortschrittlichen Datenanalysen und KI-gestützten Entscheidungsprozessen deckt die Siron®One Plattform all diese Anforderungen ab und stellt sicher, dass Ihr Unternehmen den regulatorischen Entwicklungen des Jahres 2025 stets einen Schritt voraus ist.
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Sources:
- https://finance.ec.europa.eu/regulation-and-supervision/consultations-0/targeted-consultation-artificial-intelligence-financial-sector_en
- https://finance.ec.europa.eu/digital-finance/crypto-assets_en
- https://www.digital-operational-resilience-act.com/
- https://finance.ec.europa.eu/sustainable-finance/disclosures/sustainability-related-disclosure-financial-services-sector_en
- https://www.european-financial-data-space.com/European_Single_Access_Point_(ESAP).html
- https://anti-fraud.ec.europa.eu/media-corner/news/olaf-investigations-find-over-eu12-billion-affected-fraud-and-irregularities-2024-06-18_en
- https://www.interpol.int/en/News-and-Events/News/2024/INTERPOL-Financial-Fraud-assessment-A-global-threat-boosted-by-technology
- https://finance.ec.europa.eu/financial-crime/anti-money-laundering-and-countering-financing-terrorism-overview_en



